TOUR Transalp 2010

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..wir sind wieder dabei – Jeantex Tour Transalp 2010 – ein Tagebuch von Karin Gruber

Unser Entschluss diese so absolut besondere Veranstaltung, ein Radrennen über die Alpen in 7 Tagesetappen, nochmals in Angriff zu nehmen, reifte recht schnell nach dem Finish in Arco 2009. Warum? Ich glaube, das wissen wir selbst nicht so genau, denn rational betrachtet verlangt dieser Teamwettkampf vor allem zwei Dinge: Leistung und Leidensfähigkeit. 1mal für eine Woche geleistet und gelitten zu haben, hat uns aber anscheinend nicht gereicht… Es gibt sogar eine Antwort auf das „Warum“: Emotionen, überwältigende Momente, Grenzerfahrungen, Stolz und das alles für ein Team bestehend aus 2 Fahrern in unserem glücklichen Fall als Ehepaar!

Wir finden, dass wir die Herausforderung im 2. Versuch sogar um Einiges besser gemeistert haben als im vergangenen Jahr.

Lest einfach weiter und erlebt diese eine so wichtige Woche mit uns…

Das Tagebuch:

Vorwort: 2 Tage vor dem Start der JTT reisen wir nach Seefeld.

Unser Hotel Solstein ist uns schon von vorherigen Trainingslagern bekannt, und es kommt Urlaubsfeeling auf, wenngleich gepaart mit einer gewissen Unruhe im Hintergrund. Trainingsrunden mit dem Rennrad, Sonne tanken, hervorragendes Essen genießen und die Starunterlagen in Mittenwald holen. Jetzt rückt der Sonntag näher. Morgen früh um 8:30 stehen wir im Startblock…

Gutes Gefühl oder nicht gut, jetzt müssen wir da durch!

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The race is on:

1. Etappe 120,89 km – 2669 Hm bergauf – Leutasch, Kühtai

Sonntag 26.07.10 oder vom Käsebrötchen in Seefeld zum Käsebrot in Sölden 😉

Superfrühes Frühstück im Hotel Solstein. Ich muß mich zu meinem Käsebrötchen zwingen. Die Aufregung, ich kenne das, aber ein leerer Magen wird mir wohl nicht über’s Kühtai helfen. Bissel was geht noch! Aufbruch nach Mittenwald. Hier lassen wir unser Auto stehen und geben das Gepäck zum Weitertransport ab. Von nun an werden unsere Taschen jeden Abend an einen anderen Ort gebracht, den wir uns vorher mühsam erkämpfen müssen.

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Gemütliches Einrollen zum Startbereich. Wie wird es sein? Im Startblock A… Warum auch immer wir die Startnummer 24 bekommen haben (frühe Anmeldung wahrscheinlich), heute werde ich mich damit nicht so wohl fühlen. Unser Ablauf ist automatisiert, die Organisation gut und schon stehen wir da mit 15 Minuten Zeit bis zum Start. Wir treffen Andrea und Martina, das Damenteam Schneeweißchen und Rosenrot, die im letzten Jahr Siegerinnen wurden, und somit heute im richtigen Starblock stehen. Nette Gespräche, ein paar Fotos, das beruhigt! Startschuss und los geht’s die Leutasch hoch in Richtung Telfs. Anfangs versuche ich lediglich, mich aus der Schusslinie zu bringen und meinen Puls im Zaum zu halten, was mir leider nur mäßig gelingt… 1200 x Motivation und Power sind losgelassen! Auf dem Weg zum Kühtai kommt die Zeit für ein paar Gedanken, mich sammeln, schließlich will ich 7 Tage Leistung bringen und nicht heute überziehen. Keine größeren Probleme am langen Anstieg, die Rampen sind so steil wie ich sie in Erinnerung habe. Gleichmäßigkeit und Einteilung haben Priorität. Schlimm, wie viele Teilnehmer schon jetzt mit oder besser gegen Ihren Körper kämpfen… Im Ötztal angekommen erwarten uns die letzten 30 km bis nach Sölden. Wir können uns schon heute ansatzweise vorstellen, wie heiß es in den nächsten Tagen werden wird.

Wir hatten früher an diesem Tag die Frau eines Mixed Teams beobachtet, die Ihren Mann immer zur Eile mahnte. Jetzt hilft Sie Ihm gerade wenige Kilometer vor dem Ziel vom Rad. Er kann sich vor Krämpfen nicht mehr bewegen. So besser nicht! Da sind wir uns einig!

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Zielankunft in Sölden! Die 1. große Erleichterung der Woche macht sich breit.

Hungrig im Ziel: Käsebrote soweit mein Auge reicht! Lecker! Viel besser als heute Morgen 😉 Für mich ist das Beste an der Jeantex Tour Transalp, dass sich der Focus schärft für das Wesentliche wie Radfahren, Essen, Schlafen, jeden Tag abarbeiten, und dass der Kopf frei dafür ist, sich über jede noch so kleine Kleinigkeit zu freuen (wie z.B. Käsebrote…).

Wir verbringen einen schönen Abend. Genießen den Luxus, dass unser Hotel genau im Start – Zielbereich liegt. Haben nette Nachbarn, ein Team der Grandmasters (Peter Hafelder und Erwin Hickl), die heute trotz Sturz und Verletzung Platz 1 erreichten (weiter so!). Abends pflegen wir noch unsere kleinen Wehwehchen… Ich tape meinen Beinbizeps, denn morgen ist Leistung gefragt, kein Zwicken und Meckern. Lediglich um das lange Sitzen müssen wir uns keine Gedanken machen, denn wir fahren natürlich nach wie vor unsere Sättel von SQlab. Mit dem 611er Modell sind wir super bedient. Genug Zeit also sich um andere „Problemzonen“ zu kümmern. 😉
Gerade legt sich eine angenehme Kühle über das Ötztal…

Gute Nacht, Sölden!

 

2. Etappe 123,86 km – 2985 Hm bergauf – Timmelsjoch, Jaufenpass 

Montag 27.06.10 oder Hinterrad halten mit Bernd und Fritz. Danke an die 602!

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Ich genieße diese frühmorgendliche Frühstücksatmosphäre. 6:45, die Taschen sind zur Abholung bereit, wir haben „nur“ noch ein leeres Hotelzimmer, tragen bereits die Radbekleidung für den Tag , und werden später noch unsere Trikottaschen mit Riegeln, Rideshots und Gels befüllen. Danke an Powerbar für eine weitere Woche hochwertiger Kohlenhydrate, Elektrolyte und Eiweiß…

Um 9:00 Uhr erfolgt der Start, und ich freue mich riesig auf das Timmelsjoch. Wir klettern bei Sonne, und es ist schon außergewöhnlich warm. Ganz oben erwarten uns hohe Schneewände links und rechts der Strasse. Zum Glück konnte die Strasse rechtzeitig zum Rennen aufgemacht werden. Der Winter war hart und lang. Verpflegungsstation: Nüsse, Riegel, Flaschen füllen, und schon geht es in die superlange Abfahrt nach St. Leonhardt. Dann gleich 20 km Gegenanstieg auf den Jaufenpass. Keine reine Freude, einfach zu heiß und zu lang. Wir schrauben uns gleichmäßig hoch. Klaus prägt den Satz der Woche auf den letzten Kilometern: „jetzt würde es reichen“, heißt soviel wie: „wäre cool, wenn wir bald oben wären ;-)“. Dann „nur“ noch Brixen. Im Tal ist es heiß, und wir haben noch bestimmt 1 h Fahrt vor uns. Da kommen die Jungs mit der Nummer 602. Wir nutzen Windschatten und verbringen bestimmt 45 Minuten bei sehr hoher Geschwindigkeit. Ich hatte nur einen einzigen Gedanken: ich darf um Himmels Willen nicht das Hinterrad von Klaus verlieren. 1 x abgehängt werde ich NIE wieder dran kommen. Schaffe ich es? Der Herzfrequenz kann ich jetzt keine Priorität geben. Hinter uns eine Traube von Leuten, die alle nur auf meine Platz im Windschatten warten… Die letzten wenigen Kilometer geht’s noch mal bergauf. Jetzt nur noch in der Hitze überleben. Wir bedanken uns noch bei Fritz und Bernd für’s „Mitnehmen“. Klasse, die Beiden!

Ankunft auf dem Domplatz in Brixen! Die 2. große Erleichterung der Woche macht sich breit.  Leider ist Martina vom Damenteam Schneeweißchen und Rosenrot heute vor dem Ziel schwer gestürzt! Wir hoffen, Sie kann weiter machen und wünschen gute Besserung! Pastaparty vor toller Kulisse, super Hotel direkt in der Altstadt!

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Wunderschönes „altes Gemäuer“ mit Stil und Komfort!
Ein letzter Blick von unserem Balkon auf die umliegenden Berge und den Sternenhimmel.

Gute Nacht, Brixen!

3. Etappe 85,08 km – 2938 Hm bergauf – Würzjoch, Furkelpass 

Dienstag 28.06.10 oder Tradition trifft Carbon.

Frühstück in einem so traditionsreichen Hotel mit stilvoller Einrichtung, tollen Räumlichkeiten und voller Jeantexteilnehmer, alle in Radklamotten, mit Radschuhen, auf Strümpfen, in Trikots oder im Radunterhemd, die allesamt das Buffet nicht gerade dosiert oder zaghaft plündern. Ein göttlicher Anblick! Heute steht das Würzjoch an. Wie wird es uns auf den 30 km Anstieg gehen. Wie wird es uns erst danach gehen, wenn wir nach einigen Höhenmetern zwischendurch später noch über den Furkelpass müssen? Fragen über Fragen. Später stellen wir fest, dass wir das Würzjoch mögen. Die Temperatur bleibt relativ lange angenehm, und wir können uns gut dosieren. Hier hatten wir im Juni eine Trainingswoche verbracht. Nicht weit weg im Hotel Innnerhofer in Gais. Die damalige Etappe zum Würzjoch mit Manfred war wunderschön.

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So soll es heute auch werden! Oben gibt’s heute allerdings keinen Cappucino, sondern Kuchen an der Verpflegungsstation. Auch gut! Dann geht es über Maria Saalen und Reischach nach Olang. Jetzt wird es mühsamer, und am Furkelpass angekommen will ich nur noch drüber und nach St. Vigil. Irgendwie arbeiten wir uns durch diese wahnsinnige Hitze nach oben, und was machen wir nicht alles, um uns abzulenken! Wir wetten darum, ob der Stausee on Top links oder rechts neben der Strasse liegt. Ich hätte schwören können, er war damals links… Also gut, mein Mann weiß es besser: rechts! Er bekommt heute eine extra pflegende Fuß – und Beinmassage von mir! Nudelsalat im Ziel! Super! Abends auf der Pastaparty gegrilltes Hähnchen! Geht’s uns gut!

Auch das Hotel ist perfekt und nachts weicht die Hitze einer kühlen Dunkelheit.

Gute Nacht, St. Vigil!

4. Etappe 129,87 km – 3449 Höhenmeter – Grödnerjoch, Sellajoch, Passo Pordoi, Passo Falzarego, Passo Giau

Mittwoch 29.06.10 St. Vigil – Alleghe oder auf in die WG mit Daniel und René (Gruber – was für ein Zufall…).

Start zur Dolomitenrunde mit 5 Pässen. Die Königsetappe steht heute an. Jeden Tag freue ich mich, wenn sich die Beine noch ganz gut anfühlen. Schwer zwar, aber nicht unbenutzbar oder gar die Arbeit verweigernd! Freude am Grödnerjoch, guter Rhythmus über Passo Sella und Passo Pordoi, eine ganz neue Sicht des Falzarego, Käsekuchengenuss an der Verpflegung am Fuße des Valparola und zugegebenermaßen etwas gelitten am Giau. O-Ton Klaus kurz vor dem Gipfel des letzten Anstiegs: „jetzt würde es reichen“. Oft geben wir uns die gleiche Antwort als Motivationsschub: „noch 1 Königstuhl“, dann ist es rum! Das müssen wir abkönnen, mental und physisch… Lange Abfahrt nach Alleghe, Ankunft am See, jetzt wieder schwülheiss. Spannung pur! Unterkunft in einer 4er WG mit Renè und Daniel. Connected über Facebook. Eigentlich war mein einziger Kontakt Renès Freundin Karina, die uns Vieren ein kleines Appartment zusammen gebucht hat. In Alleghe ist die Zimmersuche fast so schwierig, wie bei uns in Heidelberg das Parken samstags vormittags in Neuenheim am Markt 😉 Schiefgehen kann nix mehr, denn Renè heißt auch Gruber mit Nachnamen. Familientreffen? Nette Jungs, ein netter Abend mit gutem Essen auf der Pastaparty und eine Terrasse mit Blick auf den See.

Gute Nacht, Alleghe!

Leider musste Renè die Transalp wegen Knieproblemen vorzeitig beenden, und so haben wir Karina nicht persönlich kennengelernt.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank!

 

5. Etappe 114,58 km – 2656 Hm bergauf – Passo San Pellegrino, Karerpass, Deutschnofen

Donnerstag 30.06.10 Alleghe – Kaltern oder was ist das Gegenteil von erfrischend?

Start in Alleghe direkt am See. Wir führen noch ein nettes Gespräch mit Angelika, einer Redakteurin vom Tour Magazin. Genießen die noch angenehme Temperatur und spüren, heute wird es richtig heiß!

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Passo San Pellegrino. Fiese Rampen und Hitze. Ist Pellegrino nicht ein erfrischendes Wasser? Absurd, denn heute und hier ist nichts erfrischend. Mit viel, viel Trinken kämpfen wir uns noch über den Karerpass und hoch nach Deutschnofen. Dann die ersehnte Abfahrt ins Tal. Death Valley oder Fön auf Hitzestufe 4, genauso fühlen wir uns. Je tiefer, desto heißer! Kaltern, musst Du es uns auf den letzten Kilometern so schwer machen? Der jetzt beginnende Gegenanstieg ins Ziel raubt mir fast die Sinne. Getränke in unseren Flaschen warm wie Tee, Asphalt der sich fast klebrig anfühlt.

Vor uns sehe ich nur gelb- schwarz, ein Teilnehmer vom Team Post. Sein Tempo lähmt mich. Kann ich absteigen, anhalten, aufhören zu treten? Wenn ich jetzt nicht vorbeifahre weiß ich, dass wir nie ankommen. Kennst Du dieses Gefühl. Alberne 3 oder 4 km bis zum Ziel. Unüberwindbar? Nein, denn wir fahren an der Post vorbei und finden unseren eigenen Rhythmus wieder. Gut gemacht! Biss und Motivation führen uns nach Kaltern ins Ziel. Direkt zum Fußbad der Fa. Jentschura, bei Joghurtdrinks und Obst.
Dann auf zu unserem Geranienhof. Das Hotel vom letzten Jahr. Wie zu hause ankommen! Relaxen am Pool. Heute unsere eigene Pastaparty: wir gehen Pizza essen und ein Radler trinken.

Gute Nacht, Kaltern!

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6. Etappe 118,43 km – 3055 Hm bergauf – Truden, Manghenpass 

Freitag 01.07.10 Kaltern – Trento oder wer ist eigentlich Trudi?

Hitze in Kaltern schon am Morgen. Wir unterhalten uns im Startblock noch mit Michaela und Ihrem Teampartner (Startnummer 34). Immer wieder schön, auf bekannte Gesichter zu treffen. Das Briefing bezüglich ein paar kürzerer Rampen mit bis zu 18% am Trudenpass höre ich nur mit einem Ohr.

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„Kürzer“ klingt am Tag 6 und bei der Hitze sowieso gut… Später entpuppen sich diese kürzeren Stücke als fast der gesamte Trudenpass, und auch in den Abschnitten mit weniger als 18% wird es nicht wirklich erholsam. Wir witzeln schon, dass Uli unser Racedirector vorher anfragt, welche Gemeinde mit den steilsten Anstiegen aufwarten kann…

Mit Humor geht’s eben leichter!

Klaus allerdings kann seinen leichtesten Gang nicht fahren, da dieser sich nicht schalten lässt und flucht lauthals, was die Teams aus Israel um uns herum nicht wirklich interessiert. Nicht mal als Er auf Englisch umschaltet… Jetzt wird’s brenzlig, ich mache mich aus dem Staub, und Klaus winkt den vorbeifahrenden Technikwagen von Rose herbei. Der kann es zum Glück richten! Die folgenden 15 km am Manghenpass fühlen sich ewig für mich an. Heute kann mich nicht mal der Kuchen an der Verpflegung am Fuße des Anstieges milde stimmen. Wald und nix als Wald. Toll bei der Hitze, aber richtig zäh. Dann endlich Blicke zum Gipfel. Laute Musik eines Begleiterfahrzeugs und entgegenkommende Radler die mir zurufen : „noch 9 Kehren, dann ist es vollbracht.“

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Eine rasante Abfahrt und zwei weitere, hitzige Anstiege trennen uns von Trento. Immer wieder sehen wir jemanden im Schatten am Straßenrand sitzen. Die letzten Kilometer werden eine Hitzeschlacht, und irgendwann halte ich es nicht mehr aus. Griff zur Radflasche und das Wasser über Kopf und Rücken! „Wasser“ wäre sicher auch nicht wärmer gewesen, aber weniger klebrig… Ich habe wohl mein Xenofit Elektrolytgetränk als Erfrischung benutzt. Mit Humor läuft alles besser! Dann wird das Rad heute eben besonders gründlich geputzt…

Ankunft in Trento!

jtt15Hotel wenige Gehminuten vom Ziel und klimatisiert. Schweißausbrüche auf dem Weg

zur Pastaparty. Abends um 21 Uhr dann noch weit über 30 Grad. Ein letztes Mal alles vorbereiten für die morgige Etappe. Eigentlich schade, dass die Woche schon wieder fast vorbei ist.

Gute Nacht, Trento!

 

7. Etappe 88,97 km (+10 Kilometer „Umweg“ lt. Uli Stanciu) – 2206 Hm bergauf – Monte Bondone, Passo del Ballino 

02.07.10 Trento – Arco oder dem Finishertrikot so nah!

Hitze wo man hinfühlt 😉

Wir treffen Bernd und seinen Teamkollegen im Startblock.

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Auf zur letzten Etappe über den Monte Bondone und Passo Ballino. Guter Rhythmus am Bondone. Die Auffahrt kommt mir nicht zu lange vor. Oben angekommen sind auch unsere Flaschen leer. Auffüllen an der Verpflegung dringend nötig. Der Passo Ballino fällt mir heute unsagbar schwer. Wenn auch nicht mehr lang oder steil. Jetzt wird es mir zu heiß, mein Knie beginnt höllisch zu schmerzen und verweigert bald die bisher tolle Mitarbeit. Auch die kleine Verletzung unter der Fußsohle pisackt mich ungemein. Alles mental?

Ich will jetzt nur noch ankommen. Irgendwann (es kommt mir wie eine Ewigkeit vor) erreichen wir den Punkt, ab dem es nur noch bergab geht. Begleitet von irrer Erleichterung überrede ich mein Knie dazu, mich bis ins Ziel hinunter nicht zu enttäuschen. Im Ziel in Arco: Unfall – und pannenfrei, überglücklich, erleichtert und zu Tränen gerührt!
Belohnung mit einem echten Weißbier für Klaus und für mich gleich 2 Café Latte!

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Wir lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Dann geht alles schnell: Bikes für den morgigen Heimtransport abgeben, Hotel beziehen und später zur Finisherparty. Perfektes Essen, nette Tischgespräche. Leider verhindert ein Gewittersturm die Übergabe der Finishertrikots und der Medaillen und beendet den Abend jäh. Alles soll per Post kommen… -also noch Geduld haben!

Morgen Abreise in Bussen nach Mittenwald und von da weiter nach Heidelberg.

Soviel Realität kann ich heute noch gar nicht vertragen! Wohlverdienter „Absacker“ auf der Hotelterrasse, dann ab ins Bett…

Gute Nacht, Arco!

P.S.: vor dem Einschlafen will ich Klaus schon fragen, ob wir noch nach den Bikes sehen müssen… Ich kann noch nicht glauben, dass unser Rhythmus jetzt wieder ein Anderer sein wird!

 

Schlusswort:
Wer weiß, vielleicht ist es ja tatsächlich so: „aller guten Dinge sind 3“ und das Team sportagentur aus Heidelberg ist im nächsten Jahr wieder dabei!

 

 

 

 

 

Liebe Freunde vom TEAM sportagentur,

Karin und ich möchten uns auch in diesem Jahr für Eure klasse Unterstützung in der Vorbereitung, bei der Ernährung, beim Equipment, usw. sehr bedanken. Dieses Jahr war auch im Vorfeld sehr „spannend“. Am TREK Bike von Karin war das Innenlager eineinhalb Wochen vor dem Event defekt, und niemand konnte liefern – ein Anruf bei Yvonne Schäfer, unser Traum-Mechaniker Matthias Riester schwupps auf das Motorrad, und am nächsten Tag ging es für uns nach Mittenwald – das nenne ich „just in time“
An dieser Stelle einen ganz großen Dank an Yvonne Schäfer und Stefan Schock von Zweirad Stadler, Matthias Riester von 3xR (er repariert auch Euer Rennrad gerne) für die Kulante und kurzfristige Aktion!

Auch unsere Vorbereitung in Gais im Hotel Innerhofer war Klasse – noch einmal Danke an Euch alle!

Auch danke an:
mesics Laktatdiagnostik – Dr. med. Claus-Henning Wolde  Kardiologie – Dr. Bettina von Salmuth Laktat-Test und Betreuung – SQlab, Mike Gerndt und der Road Sattel 611 – POLAR RS800CX und CS600 – PowerBar Nutrition – Matthias Riester technischer Service – Tini und Julian Groll, Martin Lemmer und Sabine, Harald Oelschlegel, Judith und Dirk Hendricks, Daniela Mack, Birte und Dietrich Wehnes, Frank Bingemann, Agnes, Edith und Manfred Innerhofer, Manni Niedermaier, Kerstin Brachtendorf, Sonja Müller, Katrin Klieber, Stella Kiessel, Andrey Lee, Matthias Mohr, Yvonne Schäfer und Stefan Schock und das Team der Radsportakademie!

Karin & Klaus

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